
Auch für Solospieler hervorragend - Factions aber der beste PvP-Teil - Ohne unnötige Wiederholungen nur kurz ein Nachtrag zur Verdeutlichung: Guild Wars ist auch für Solospieler dutzende, wenn nicht hunderte von Stunden lang tolle Unterhaltung. Ich selbst habe das Spiel lange Zeit aufgrund falscher Vorstellungen zugunsten anderer Spiele nicht beachtet, weil mich PvP grundsätzlich nicht interessiert und ich dachte, die Quests und Kampagnen seien nur Beiwerk zur Vorbereitung auf Spieler-gegen-Spieler-Duelle und Gildenkämpfe. Insofern ist der Titel jedoch irreführend:Spätestens seit den konfigurierbaren Helden in Nightfall, die noch wesentlich stärker sind als die Gefolgsleute in Prophecies und Factions, ist es auch ein tolles Einzelspieler-Rollenspiel. Vor allem ergeben sich unglaublich komplexe Synergie-Effekte, wenn man mehrere Kampagnen oder die Erweiterung Eye of the North hat, man kann mit jedem Helden aus jeder Kampagne ab einem bestimmten Zeitpunkt, typischerweise wenn man die jeweilige Hauptstadt erreicht hat, auch auf die anderen Kontinente wechseln. Dadurch kann man auch den Prophecies- und Factions-Charakteren die Helden (statt nur Gefolgsleute) verschaffen. Die Kampagne Factions dürfte aber wegen der beiden Fraktionen Luxon und Kurzick im späteren Spielverlauf, die - vertreten durch tausende echte Spieler - um Landstriche und Städte kämpfen, der PvP-lastigste Teil der Serie sein. Wer vor allem allein spielt, ist mit Nightfall (+ Erweiterung) und dessen Helden besser dran, weil der Einstieg etwas leichter ist.Wer mehrere Kampagnen besitzt, wird allerdings fast immer einen Factions-Character erschaffen, weil in Factions der Aufstieg zu Level 20 mit Abstand am schnellsten geht. Im Factions-Startgebiet gibt es schneller und mehr Erfahrungspunkte als in Nightfall (und sehr viel mehr als in Prophecies).Auch muß man für die Erweiterung nur mit dem ersten Charakter Level 20 besitzen, die weiteren desselben Accounts können dann früher in den Norden.Somit hat - im Extremfall bei Besitz aller 3 Kampagnen und der Erweiterung - jeder Charakter eine Unmenge von Quests zur Auswahl. Das Tolle ist, daß es immer möglich ist, sinnvoll und gewinnbringend in hochleveligen oder niedrigeren Gebieten zu spielen, auch wenn man in Gruppen mit großen Levelunterschieden ist, z.B. als Level 8 mit einem Freund Level 20 (plus jeweilige Helden) ist es dennoch sinnvoll zu spielen, denn es gibt für jeden Vorteile: Nicht nur hochleveln, sondern auch die anderen Kontinente bereisen (in denen man nicht selbst Level 20 geworden ist), dort direkt ansteuerbare neue Außenposten finden, die Karte sowie Helden und Questgeber aufdecken etc.Am allermeisten motiviert - noch mehr als die vielzitierte Item-Hatz nach seltenen Gegenständen - bei Guild Wars die Freischaltung immer neuer Fertigkeiten, die immer neue Kombinationen für die 8 gleichzeitig benutzbaren erlaubt. Auch nach 150 Spielstunden als Nekromant-Mönch freut man sich riesig wie ein Kind, wenn man mit einem Assassin-Ritualisten als Questbelohnung mit Level 8 vier neue Fertigkeiten erhält und weitere Attributpunkte bekommt.Es gibt immer wieder Probeaccounts auf der offiziellen homepage, in Spielezeitschriften und auf Spielewebsites. Also auch ohne PvP: Empfehlung!
Von WoW nach GW - Vor 1 Jahr habe ich mir GW: Nightfall zugelegt und bin nie über die ersten Tutorial-Missionen gekommen. Das mag an WoW gelegen haben, was mir zu diesem Zeitpunkt viel Spaß und Zeit gekostet hat. Und vorab - wer MMO-Games nicht kennt, sollte sich World of Warcraft mal anschauen, denn es vermittelt dieses MMO-Feeling recht gut - im positiven (also in einer Gruppe Quests lösen oder Dungeons stürmen,...) und im negativen (Item-Druck, Gossensprache,...) Sinne. Man wird müde, sogar ein wenig zermürbt - denn MMO kann auch bedeutet, dass man all das, was man eigentlich im realen Leben hinter sich lassen will (warum spielt man sonst?), genau da wird in diese virtuelle Welt 1:1 einschleust - im Beruf muss das Projekt wie geschmiert laufen (was es nie tut) und in der virtuellen Welt koordiniert man 25 Leute, welche nie das machen, was man erwartet. Da muss gefarmt werden, um Buff- Food zu haben und es soll gefälligst alles verzaubert sein. Wohlgemerkt, ich rede hier von Gelegenheitsspieler-Gilden. Ein Witz, welchem man allerdings selbst aus dem Weg gehen kann ... man nehme nur eine unpopuläre Skillung und schon wird man nicht mehr genervt ... soweit das Thema Schubladen-Denken.Vermutlich war es dieser Grund, warum ich mich wieder an Guild Wars: Nightfall erinnert habe. Die Daten schlummerten brav auf der Platte und waren nach *kurzem* Update einsatzbereit - das war schon mal der erste positive Eindruck. Die zuvor erstellen Charaktere löschte ich und erstellte mir einen Nekromanten. Was soll ich sagen, das Land Elona ist wunderschön gestaltet, die Modelle der NPCs (Nichtspielercharaktere) sind ausgesprochen fein modelliert - gemessen an WoW einfach nur wunderschön und filigran. Der Spieler wird mit netten Quests hineingezogen, ein Nur noch 5 Minuten!- Gefühl baut sich auf. Doch um GW: Nightfall geht es hier nicht. Da ich einen Ritualisten spielen wollte, kam ich um GW: Factions nicht herum. Nach Installation der Daten, musste ich nur die beiden Aktivierungscodes eingeben, welche 1x für Factions und 1x für Eye of the North auf hübschen Kunststoffkarten aufgedruckt sind. Der Inhalt der stabilen Plastikbox - ein kleines Handbuch zur Einführung zu Eye of the North und einer faltbaren Karte des nordischen Landes. Dazu gibt es 2 weitere Charakterslots (mit Nightfall hatte ich 4 davon)Zu Eye of the North kann ich nicht so viel sagen. Es ist aber ein waschechtes Addon, wogegen die anderen GW-Teile für sich spielbar sind (nur eben nach Landstrichen eingeteilt). Die schon hervorragende Optik der bisherigen Teile wurde leicht aufgebohrt, ohne höhere Hardware zu beanspruchen. Dazu gibt es neue Helden, neue Quests, etc - und sogar Solomissionen. Leicht ist das Addon aber wohl nicht, aber das mag auch der Reiz sein - nicht ein Instant Win und mal kurz Gegner umlegen. Anfänglich nur für lvl20-Charaktere ausgelegt, hat man die Levelgrenze des Addons mittlerweile auf 10 gesenkt.Nightfall ist ja frischer als Factions, aber ich bin hin und weg wie schön das Ambiente ist! Asiatisches Flair und gespickt mit feinen Details - alleine das motiviert schon massiv. Die mit Nightfall eingeführten Helden tauchen hier anfänglich aber nicht auf. Das man mit GW ein MMO spielt, wird man höchstens in Städten erkennen. Eigentlich handelt es sich um ein COOPRPG-Game. Man spielt alleine (mit Hilfe von NPCs) oder mit anderen Spielern kooperativ Quests ab. Das mag gemessen an WoW seltsam anmuten, aber während man in WoW bei manchen Gruppenquests keine Gruppe zusammenbekommt, rennt der GW-Spieler mit brauchbaren NPC-Helfern durch seine hübsch gestaltete Welt. Betonung auf seine, denn die Außenwelt ist eine Instanz für den Spieler (und seine Gruppe). Keine hüpfenden Nachtelfen und kichernden Gnome, es hocken nicht 10 Leute aufeinander, um auf den Respawn eines Grollhufs zu warten, wird nicht per Ninja-Invite in Gruppen eingeladen oder darf Geschimpfe über sich ergehen lassen, weil man schneller ein Kraut gezupft hat, oder schleppt Leute hinter sich her, deren Motivation mitzuwirken nur ein wenig größer ist, als die jener AFKler in Battlegrounds. Andererseits trifft man auch viele nette Leute und baut gewisse Beziehung auf - das ist wiederum sehr schön. Die geschlossene Welt von GW wirkt dennoch stimmiger, da eben nicht das Eintauchen in diese Welt nicht von olololololol-DarkshadowRoXXoR-Kids terminiert wird. Der Kid-Faktor (zu denen ich auch diverse Erwachsene zähle) wird aber allerdings locker in GW erreicht. Die Artikulation - angereichert mit dem berüchtigten Debil-Smilie xD - wird stellenweise derbe Richtung Fassboden gedonnert. So ist die Stille in der geschlossenen GW-Welt um so angenehmer, wird man von Voll-Profies verschont. Jene möge eine Minderheit in der Onlinewelt sein, ihre Präsenz ist aber omnipotent entnervend.Die Engine ist - wie schon gesagt - sehr gelungen. Einbruch der Framerate mag es geben, wenn man in eine Stadt kommt, wo viele Leute herumstehen und diese erst aufgebaut werden müssen. Ansonsten läuft es ausgesprochen geschmeidig. Die Klassen sind fantasievoll gestaltet und auf eine reizvolle Art und Weise anders als in WoW. Allerdings gibt es keine Rassenvielfalt wie in WoW, sprich Zwerg trifft auf Elfe mitten in einer Gnomenansammlung. Das stört mich aber nicht, da die Spieler und NPCs optisch ungleich vielfältiger sind, als die Klon-Armeen in WoW - ich sage nur Jäger > fast alle tragen das PvP-Set, alleine die Größe lässt vermuten, dass es sich hier um einen Zwerg und dort um einen Nachtelfen handelt. In GW kann man die Startkleidung anfänglich einfärben und natürlich andere Kleidung anlegen. Ich stehe oft in Spieleransammlungen und schaue mir die genial-detaillierten Kleidungsstücke an. Aber auch die Pets der Spieler sind ein Blick wert - so detailiert, so fein gezeichnet und so viele Pets - Wahnsinn. Gemessen an den offen sichtlich wenigen Polygonen müsste WoW auf altersschwachen Systemen rennen wie verrückt - was es eben nicht tut (nun ja, nicht in Shattrath, egal welche Hardware). Das Interface lässt sich flexibel einstellen, der Addon-Wahn aus WoW ist nicht möglich (also nicht das ich wüsste). Alleine die Limitation auf 8 Aktionsbuttons schränkt den Spieler ein, andererseits muss er sich einfach Gedanken zu einer Spielweise machen. Die Spielweise definiert sich in GW auch durch die Verteilung von Attributwerten. Diese können (nur in Städten) jederzeit geändert werden. Also während man in WoW Gold dafür zahlen darf, greift der GW-Spieler auf seine Skill-Templates zurück, die er vorher gespeichert hat. Zwar sind manche der Ansicht, es würde das Rollenspiel beeinflussen, wenn man die Skillung so einfach beeinflussen kann, aber das stimmt nicht. Man kann sich Situationen einfach besser anpassen, ein Ritualist wird aber weiterhin ein Ritualist sein - nur mit anderer Gewichtung seiner Talente. Was wirklich interessant ist - man kann eine sekundäre Klasse wählen. Zum Beispiel - die primäre Klasse ist ein Ritualist, die sekundäre ist ein Elementarmagier. So stehen der primären Klasse dann Sprüche/Fähigkeiten der Zweitklasse zur Verfügung. Hier lassen sich zahlreiche Kombinationen erstellen und an die eigene Spielweise anpassen - das ist wirklich geschickt!Erstellt man einen zweiten Charakter, wird man feststellen, dass man sich das Bankfach mit dem ersten Charakter teilen kann. Das verbuche ich auch unter gelungen. Die Händler bieten Waren an, aber auch nur jene, welche Ihnen von Spieler verkauft wurden - so findet ein Handel zwischen den Spieler statt, deswegen fluktuieren auch die Preise diverser (seltener) Gegenstände und diese sind auch nicht unlimitiert vorhanden, wenn einmalig verkauft. Die Idee der Wirtschaft wird bei ArenaNet näher erläutert. Ein Auktionshaus gibt es allerdings nicht, was eine direktere Interaktion der Spieler ermöglichen würde, andererseits sind in WoW die Preise mitunter utopisch und der oft genannte Rat ist > meide das AH!. Ob GW nun eher ein PvP-Spiel ist, oder auch für PvE-Spieler geeignet ist - dazu meine ich, dass ArenaNet beide Welten sinnvoll und ausgewogen unter eine Haube gebracht hat. Das woran Blizzard - wegen ihrer Inkonsequenz - noch immer feilt und es keiner der Fraktionen recht machen kann. Als PvE-Spieler fühle ich mich gut aufgehoben und das es nur 20 Level gibt, gefällt mir sogar besser. Der Sinn eines MMORPG mag scheinbar im leveln liegen, aber eigentlich doch eher am Zugang zu neuen Fähigkeiten - deswegen levle ich, nicht um 50, 60 oder 70 zu werden. In GW kommt man durch Klauen von Fähigkeiten eines Bosses an diese heran, in WoW eben durch jenes Leveln. Das ist aber sekundär.Die Community in GW ist nicht so aggressiv, wie in WoW - das liegt allerdings auch daran, dass WoW deutlich mehr Spieler unterwegs sind und - weil die Welt offen ist - auch immer präsent. Ich persönlich muss sagen, dass ich bis dato aber deutlich mehr positive Erfahrungen mit Spielern hatte, als negative - nur merkt man sich diese einfach besser. :)In Sachen PvE-Content ist WoW unschlagbar. Die Bereiche sind bzgl Level klar definiert (1-10, 10-20,...), während in GW man auf Stufe 2 oder 4-Gegner zurennt (man selbst hat Level 6), sich wundert, wie taff diese kleinen Level sind und dann plötzlich von lvl13-Gegner attackiert wird. Da war ich erst mal baff. Das macht aber auch einen gewissen Reiz aus - Wie gehe ich diesen Quest nun an?. Die Wahl der NPC-Klassen ist wichtig. Wo Zusammenstellung 1 wunderbar funktioniert, zerbröselt man mit Gruppe 2. Von Taktik würde ich hier nicht sprechen, aber einfach so mal losrennen ist auch nicht drin. Als ultimative Idee kann man allerdings alleine losziehen und schauen, ob man die Aufgaben schafft. Alles ist möglich. So ist das Leveln in GW angenehmer, weil einfach nicht primär wichtig, sondern der Fokus liegt auf den Fähgkeiten. Das ist - man mag es nicht glauben - sehr entspannend und zugleich motivierend. Das Spiel hört mit lvl20 also nicht auf. Der Item-Wahn (ungelogen einer *der* Minuspunkte bei WoW) wird in GW schon im Vorfeld ausgebremst.GW ist kostenlos - nun ja, es muss gekauft werden, aber es fallen keine monatlichen Kosten an. Wenn man heute 3h spielt und dann 3 Wochen Pause macht, dann sind eben keine 13 EUR dahin. Andererseits - wenn der Spielspaß stimmt, was sind da schon 13 EUR? 2 Magazine? 1 Mittagsmal? Was bei WoW eher stört ist die Orientierung an 1 Server. So hängt man auf Server X herum und darf stellenweise mit einer unglaublich miesen Verbindung (Monate waren es bei meinem Server) herumschlagen und einer Technik, welche ein Schweigegelübte abgelegt hat. In GW kann man national/international zwischen den Zonen wechseln - sprich, man klickt ein Reiseziel an und kann dort die Zone selektieren > Reisen > Zone gewechselt. So können Spieler übergreifend miteinander interagieren. Das ist richtig klasse.Wer PvP nicht kennt, kann Spiele beobachten. Man klinkt sich dann ein und ein Live- oder vergangenes Spiel wird abgespielt. Man ist mittendrinnen und kann sich die Aktionen in Ruhe anschauen - also das fehlt in WoW, denn wenn die PvE-Fähigkeiten mal wieder wegen PvP beschnitten/geändert wurden, würde ich gerne wissen, was die Leute da so treiben. Kann ich aber nicht (und YouTube zählt da nicht).Meine Empfehlung - GW einfach ausprobieren. Als Einsteiger mag einiges unklar sein, aber es gibt eine gute Community, welche mit Infos (Websites, Wikis,...) nur so auftrumpft. Dann sich auf das Spiel einlassen - das gelingt recht schnell und ausprobieren, ob einem ein COOPRPG gefällt. Ich bin positiv überrascht worden und man kann über die Details bzw Vergleiche zu anderen Games noch ewig sinnieren. Wichtig ist eigentlich, ob es Spaß macht und das machen die hier aufgeführten Spiele.